LED-Lithophane-Lampe bauen: Foto-Lampe zum Selbstdrucken
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Das Konzept
Die Lampe besteht aus drei Teilen:
- Lithophane-Panels: 3-6 Foto-Panels, zylindrisch oder als Quader angeordnet
- Sockel: Hält die LED-Elektronik und den Schalter
- Deckel: Schließt die Lampe oben ab (optional mit Lüftungslöchern)
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Die richtige Fotowahl
Nicht jedes Foto eignet sich gleich gut für eine Lithophane. Das Geheimnis liegt im Kontrast: Ein Bild mit klar erkennbaren hellen und dunklen Bereichen verwandelt sich in ein beeindruckendes Lichtbild, ein flaches, überbelichtetes Foto bleibt auch als Lithophane blass. Portraitfotos mit direkter Beleuchtung, Schwarz-Weiß-Aufnahmen und Nahaufnahmen mit starker Tiefenschärfe liefern die besten Ergebnisse.
Für eine 6-Panel-Zylinderlampe brauchst du entsprechend sechs gute Fotos. Wähle Bilder aus, die eine Geschichte erzählen, Urlaub, Hochzeit, Familienmomente. Wenn du die Lampe verschenkst, wird derjenige jede Aufnahme erkennen und sich daran erinnern.
Maße planen: Durchmesser und Höhe
Bevor du mit ItsLitho loslegst, solltest du die Lampenmaße festlegen. Typische Werte für eine Tischlampe:
- Durchmesser: 10–15 cm (ergibt einen Umfang von ca. 31–47 cm, aufgeteilt auf 4–6 Panels)
- Höhe der Panels: 10–15 cm
- Sockel-Höhe: 4–6 cm
Notiere dir den Radius, den du für ItsLitho brauchst, er ist die Hälfte des Durchmessers. Bei 12 cm Durchmesser arbeitest du mit einem Radius von 60 mm.
Lithophane-Panels erstellen
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Nutze ItsLitho (itslitho.com) für die Panels:
- Fotos hochladen (kontrastreiche Portraits funktionieren am besten)
- Form: „Curved Lithophane" für zylindrische Lampen
- Dicke: 3 mm (Minimum), je dicker, desto mehr Kontrast, aber weniger Helligkeit
- Kurvenradius passend zum geplanten Lampendurchmesser
Fotos vorbereiten: So holst du das Maximum raus
Ein kurzes Aufbereiten der Fotos vor dem Upload zahlt sich aus. Öffne das Bild in einem kostenlosen Tool wie GIMP oder direkt in der Foto-App deines Smartphones und drehe an drei Reglern:
- Kontrast erhöhen: +20 bis +40 Prozent
- Helligkeit leicht reduzieren: –10 bis –20 Prozent (verhindert ausgebrannte Lichter)
- Schärfe erhöhen: leicht, damit feine Details erhalten bleiben
Konvertiere das Bild außerdem vorab in Graustufen. ItsLitho macht das zwar selbst, aber eine bewusste Vorschau hilft dir zu erkennen, ob das Foto nach der Konvertierung noch stark genug wirkt. Falls alles grau-in-grau verschwimmt, wähle ein kontrastreicheres Motiv.
ItsLitho: Die wichtigsten Einstellungen im Überblick
ItsLitho ist kostenlos, browserbasiert und überraschend mächtig. Diese Einstellungen sind für hinterleuchtete Lampen-Panels optimiert:
- Positive/Negative: Positiv bedeutet, helle Bildbereiche werden dünner (transparenter), für Lampen immer die richtige Wahl
- Maximum Thickness: 3–3,5 mm, guter Kompromiss zwischen Kontrast und Lichtdurchlässigkeit
- Minimum Thickness: 0,6–0,8 mm, dünner wird zu fragil beim Handling
- Image Size: Breite so einstellen, dass alle Panels zusammen den Umfang deiner Lampe ergeben
Druckeinstellungen
Lithophane-Panels erfordern spezielle Settings:
- Filament: Weißes PLA (kein Silk, kein transparent)
- Schichthöhe: 0,12 mm (feiner = mehr Detail)
- Orientierung: Senkrecht drucken (nicht flach!)
- Infill: 100% oder nur Wände
- Geschwindigkeit: 30 mm/s maximum
Die häufigsten Fehler: und wie du sie vermeidest
Wer zum ersten Mal ein Lithophane-Panel druckt, macht meistens denselben Fehler: flach drucken. Das Panel liegt auf dem Bett und sieht zunächst praktischer aus. Das Ergebnis ist aber enttäuschend, weil die Schichten horizontal verlaufen und das Licht ungleichmäßig diffundiert. Immer senkrecht drucken, das Panel steht aufrecht auf dem Druckbett, gestützt von einer minimalen Standfläche oder leichtem Support.
Weitere typische Stolpersteine:
- Silk-PLA oder transparentes Filament: Beide streuen das Licht falsch und verwaschen die Detailschärfe erheblich. Nur mattes Weiß liefert scharfe Ergebnisse.
- Zu hohe Schichthöhe: Bei 0,2 mm sehen Gesichter körnig aus. Mit 0,12 mm werden selbst feine Details wie Augenbrauen und Haarsträhnen erkennbar.
- Druckgeschwindigkeit zu hoch: Über 35 mm/s riskierst du Ringing-Artefakte, die als störende Wellenlinien im Bild sichtbar werden.
LED-Elektronik
Für die Beleuchtung brauchst du:
- LED-Strip: Warmweiß (2700-3000K), 30 LEDs/m reichen
- Oder: Ein LED-Teelicht / USB-LED-Modul (die einfachste Lösung)
- Stromversorgung: USB-Kabel oder Batteriefach (je nach Design)
Für die einfachste Version: Ein USB-LED-Puck (gibt es für 3-5 Euro) in den Sockel legen. Kein Löten nötig, USB-Kabel rausführen, fertig.
Farbtemperatur und Lichtstimmung
Die Farbtemperatur der LED beeinflusst den Charakter deiner Lampe erheblich. Warmweiß (2700–3000 K) schafft Atmosphäre und lässt Hauttöne in Portraitfotos natürlich wirken. Tageslichtweiß (5000–6500 K) erzeugt klarere Kontraste und eignet sich besser für technische Motive oder starke Schwarz-Weiß-Bilder.
Für Geschenke ist warmweiß fast immer die richtige Wahl, es fühlt sich gemütlicher an und passt in Wohn- und Schlafzimmer. Möchtest du auf der sicheren Seite sein, greife zu einem einstellbaren LED-Modul mit Farbtemperatur-Regler. Diese gibt es ab ca. 5 Euro und erlauben es dem Beschenkten, die Stimmung selbst anzupassen.
Dimmbare Lösungen für mehr Atmosphäre
Ein einfacher Inline-Dimmer zwischen Stromquelle und LED-Strip kostet wenige Euro und macht aus deiner Lampe ein echtes Wohnaccessoire. Alternativ funktionieren PWM-Dimmer-Module, die du mit einem Taster steuern kannst, mehrfaches Drücken wechselt zwischen Helligkeitsstufen.
- Inline-Dimmer: Einfachste Option, direkt im Kabel zwischen USB-Netzteil und LED
- Touch-Dimmer: Antippen dimmt das Licht, kein sichtbarer Schalter nötig
- Batteriebox mit integriertem Dimmer: Komplett kabellos, perfekt für Geschenke ohne Steckdosennähe
Sockel und Deckel drucken
Den Sockel entwirfst du in Fusion 360 oder TinkerCAD. Wichtige Details:
- Innenraum groß genug für LED-Modul und Kabel
- Nuten oder Rillen, in die die Lithophane-Panels einrasten
- Kabelauslass auf der Rückseite
- Filament: Beliebig (Sockel und Deckel müssen kein Licht durchlassen)
Zusammenbau
Lithophane-Panels in den Sockel einsetzen (Kleben oder Stecken), LED positionieren, Deckel drauf, einschalten und staunen. Die ganze Lampe ist in einem Wochenende machbar.
Kleben oder stecken: Was hält besser?
Beide Methoden funktionieren, die Wahl hängt davon ab, ob du die Lampe jemals wieder öffnen möchtest. Steckverbindungen mit sauber konstruierten Nuten sind elegant und erlauben es, später einzelne Panels auszutauschen oder neue Fotos einzusetzen. Kleben mit Sekundenkleber oder Heißkleber ist robuster, aber endgültig.
Empfehlung: Nutze für den ersten Testaufbau nur Reibungspassung ohne Kleber. Erst wenn du sicher bist, dass alles passt, die Bilder gut aussehen und die LED richtig sitzt, klebst du fest.
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Veröffentlicht durch die 3D-Druck Guide-Redaktion. Veröffentlicht am 11. September 2026. Aktualisiert am 12. September 2026.
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