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Maker-Glossar: 3D-Druck-Begriffe von ABS bis Z-Offset

Team 3D-Druck Guide··17 Aufrufe
Maker-Glossar: 3D-Druck-Begriffe von ABS bis Z-Offset

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Beim 3D-Druck begegnen dir ständig Fachbegriffe — viele davon auf Englisch. Retraction, Infill, Layer Height, Bridging — wenn du gerade deinen ersten Drucker einrichtest, kann das ganz schön erschlagen. Hier ist dein Nachschlagewerk mit allen wichtigen Begriffen. Lesezeichen setzen lohnt sich: Du wirst immer wieder hier landen.

A

ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol)
Hitzebeständiges Filament. Braucht ein beheiztes Bett (100°C+) und am besten ein geschlossenes Gehäuse. Stinkt beim Drucken.
Adhesion / Haftung
Wie gut die erste Schicht am Druckbett klebt. Schlecht = Warping, Spaghetti. Gut = sauberer Druck.

Wann lohnt sich ABS wirklich?

ABS ist kein Filament für den Einstieg — aber für bestimmte Anwendungen gibt es kaum eine bessere Wahl. Wenn deine Teile Temperaturen über 60°C standhalten müssen (z.B. Gehäuse in Fahrzeugen oder Außenbauteile im Sommer), kommt PLA einfach an seine Grenzen. ABS verbiegt sich erst ab ca. 100°C. Außerdem lässt sich ABS hervorragend mit Aceton glätten — ein kurzes Dampfbad macht Oberflächen fast spiegelglatt.

  • Bett-Temperatur: 100–110°C
  • Drucktemperatur: 230–250°C
  • Wichtig: Gehäuse schließen, Zugluft vermeiden — ABS-Juice (ABS in Aceton gelöst) als Haftvermittler aufs Bett streichen hilft zusätzlich
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💡 Gut zu wissen: ABS schrumpft beim Abkühlen stärker als PLA — das ist der Hauptgrund für Warping. Ein beheiztes Gehäuse hält die Umgebungstemperatur konstant und verlangsamt den Abkühlprozess. Das reicht oft aus, um das Problem komplett zu eliminieren.

B

Bed Leveling
Das Druckbett exakt ausrichten, damit die erste Schicht überall gleich gut haftet. Manuell oder automatisch (ABL).
Brim
Ein dünner Rand um dein Objekt auf der ersten Schicht. Verhindert Warping bei großen oder schmalen Teilen.
Bridging
Filament in der Luft zwischen zwei Stützpunkten drucken — ohne Support darunter. Braucht gute Kühlung.

ABL vs. manuelles Bed Leveling

Automatisches Bed Leveling (ABL) klingt nach „einmal einrichten, nie wieder anfassen" — und das stimmt fast. ABL-Sensoren wie BLTouch oder die integrierten Lösungen beim Bambu Lab messen mehrere Punkte auf dem Bett und kompensieren Unebenheiten per Software. Das ist besonders bei Glasplatten oder leicht verbogenen Betten ein echter Game-Changer.

Manuelles Leveling ist aber kein Auslaufmodell. Der klassische Papiertest (ein Blatt 80g-Papier zwischen Nozzle und Bett schieben, bis du leichten Widerstand spürst) ist nach wie vor die verlässlichste Methode für die Grundkalibrierung — danach übernimmt ABL die Feinarbeit. Wer sein Bett wirklich versteht, druckt oft präziser als jemand, der blind auf den Sensor vertraut.

C

Cooling / Kühlung
Der Partcooling-Fan bläst das frisch gedruckte Filament schnell ab. Entscheidend für Brücken, Überhänge und scharfe Kanten. PLA: viel Kühlung. ABS: wenig bis keine.
Cura
Einer der beliebtesten Open-Source-Slicer. Riesige Community, viele fertige Profile für bekannte Drucker. Alternativen: PrusaSlicer, OrcaSlicer.

E

Extruder
Der Motor + Zahnrad-Mechanismus, der das Filament in den Hotend schiebt. Direct Drive (am Kopf) oder Bowden (am Rahmen).

F

FDM (Fused Deposition Modeling)
Die gängigste 3D-Druck-Technologie. Filament wird erhitzt und Schicht für Schicht aufgetragen. Dein Einstieg.
Filament
Das Druckmaterial als Rolle (meist 1,75mm Durchmesser). PLA, PETG, ABS, TPU — jedes hat seine Stärken.

Filament richtig lagern

Das beste Filament nützt dir nichts, wenn es Feuchtigkeit gezogen hat. Besonders PETG, Nylon und TPU sind hygroskopisch — sie saugen Luftfeuchtigkeit auf und produzieren beim Drucken dann charakteristisches Knistern und poröse Oberflächen. PLA ist robuster, leidet aber bei monatelanger offener Lagerung ebenfalls.

  • Ideale Lagerung: Vakuumbeutel oder Trockenbox mit Silica-Gel-Päckchen
  • Feuchtes Filament retten: 4–6 Stunden bei 45–65°C in einem Filament-Trockner oder auf niedrigster Backofenstufe
  • Erkennungszeichen: Knistern beim Extrudieren, raue Oberflächen, Blasen in der Extrusion
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✅ Tipp: Hol dir eine günstige Filament-Trockenbox (ca. 20–30 €) und lass dein Filament direkt während des Drucks daraus abspulen. PETG und Nylon profitieren enorm — du wirst den Unterschied sofort in der Oberfläche sehen.

G

G-Code
Die Maschinensprache deines Druckers. Dein Slicer wandelt das 3D-Modell in G-Code um — Zeile für Zeile Bewegungen und Temperaturen.

H

Hotend
Der heiße Teil des Druckkopfs, in dem das Filament geschmolzen wird. Nozzle + Heater Block + Heatbreak.

I

Infill
Die Füllung im Inneren deines Drucks. 15–20% reicht meist. Mehr = stärker, aber langsamer und schwerer.

Infill-Muster: Welches wofür?

Nicht nur die Dichte, auch das Muster macht einen Unterschied. Die meisten Slicer bieten zehn oder mehr Optionen — hier die wichtigsten:

  • Grid / Lines (15–20%): Standard für Alltagsteile, schnell, gut genug für die meisten Fälle
  • Gyroid (15–25%): Gleichmäßige Festigkeit in alle Richtungen, ideal für organische oder geschwungene Formen
  • Honeycomb (20–30%): Klassischer Wabendruck mit hoher Druckfestigkeit
  • Lightning (10–15%): Minimales Material, dient nur zum Stützen der Außenwände — perfekt für rein dekorative Teile

Faustregel: Funktionale Teile mit Schraublöchern oder unter mechanischer Last? 30–40% Infill mit Grid oder Gyroid. Dekorationen und Figuren? 10–15% Lightning spart Material und Zeit.

L

Layer Height (Schichthöhe)
Dicke einer einzelnen Druckschicht. 0,2mm = Standard. 0,12mm = feiner, aber 2x so langsam. 0,28mm = schneller Draft.

N

Nozzle (Düse)
Die Spitze des Hotends, durch die das geschmolzene Filament kommt. Standard: 0,4mm Messing.

O

OctoPrint
Open-Source-Webinterface (meist auf Raspberry Pi) um deinen Drucker fernzusteuern und zu überwachen.

P

PETG (Polyethylenterephthalat-Glycol)
Der Allrounder. Stärker als PLA, einfacher als ABS. Leicht hygroskopisch — trocken lagern!
PLA (Polylactide)
Das Einsteiger-Filament Nr. 1. Einfach zu drucken, kaum Warping, biologisch abbaubar. Start hier.

PLA vs. PETG: Wann nimmst du was?

Die Frage kommt ständig in Foren und Communities. Hier ist die ehrliche Kurzantwort:

  • Nimm PLA, wenn das Teil drinnen steht, nicht unter starker mechanischer Last ist und du einfach ein sauberes Ergebnis willst. PLA druckt bei 190–210°C, braucht kein beheiztes Bett (hilft aber), zeigt kaum Warping und ist leicht zu kalibrieren. Wärmeformbeständigkeit: ca. 55–60°C.
  • Nimm PETG, wenn das Teil im Auto, draußen oder in der Nähe von Wärmequellen sitzt. PETG hält bis ca. 80°C form, ist zäher als PLA und nicht spröde. Drucktemperatur: 230–250°C, Bett: 70–90°C.
💡 Gut zu wissen: PETG haftet sehr gut an PEI-Platten — manchmal zu gut. Ein leichter Auftrag Haarspray oder Klebestift verhindert, dass du beim Ablösen die Beschichtung beschädigst. PLA lässt sich nach dem Abkühlen hingegen meist einfach abpopeln.

R

Retraction
Der Extruder zieht Filament kurz zurück, um Fädenziehen (Stringing) bei Leerbewegungen zu verhindern.

S

Slicer
Software (Cura, PrusaSlicer, OrcaSlicer), die dein 3D-Modell (STL/3MF) in druckbare Schichten (G-Code) umwandelt.
Stringing
Dünne Fäden zwischen Teilen deines Drucks. Lösung: Retraction-Settings optimieren, Temperatur senken.
Support
Stützstrukturen für Überhänge über 45°. Werden nach dem Druck entfernt. Weniger = schönere Oberfläche.

Welcher Slicer ist der richtige für dich?

Du wirst früher oder später alle ausprobieren. Hier ist eine ehrliche Einschätzung:

  • OrcaSlicer: Aktuell der empfehlenswerteste Einstiegspunkt. Basiert auf PrusaSlicer, hat eingebaute Kalibrierungstools (Pressure Advance, Flow Rate, Retraction-Test), schnelle Updates. Kostenlos.
  • PrusaSlicer: Stabil, ausgezeichnete Profile für Prusa-Drucker, gut dokumentiert. Erste Wahl wenn du einen Prusa MK4 oder XL hast.
  • Cura: Riesige Community, viele Plugins. In neueren Versionen etwas schwerfälliger, aber nach wie vor sehr populär und gut für Einsteiger.
  • Bambu Studio: Pflichtprogramm für Bambu-Drucker — sehr schnell und auf die eigene Hardware optimiert.

T

TPU (Thermoplastisches Polyurethan)
Flexibles Filament für Handyhüllen, Dichtungen, Räder. Braucht Direct-Drive-Extruder und langsame Druckgeschwindigkeiten.

W

Warping
Die Ecken deines Drucks biegen sich hoch vom Bett. Lösung: beheiztes Bett, Brim, Gehäuse, bessere Haftung.

Z

Z-Offset
Feinjustierung des Abstands zwischen Nozzle und Druckbett. Zu hoch = keine Haftung. Zu niedrig = Nozzle kratzt ins Bett.
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