PETG drucken: Einstellungen und Tipps für perfekte Ergebnisse
Dieser Artikel kann Affiliate-Links enthalten. Wenn du über diese Links einkaufst, erhalten wir möglicherweise eine kleine Provision — ohne Mehrkosten für dich. Das hilft uns, weiterhin kostenlose Inhalte zu erstellen.
Wenn du bisher nur mit PLA gedruckt hast, wird es Zeit für den nächsten Schritt: PETG. Dieses Filament kombiniert die einfache Verarbeitung von PLA mit der mechanischen Belastbarkeit, die du dir von ABS wünschst, ohne den unangenehmen Geruch und das Warping. Klingt zu gut, um wahr zu sein? Ist es aber, wenn du die richtigen Einstellungen kennst.
Die optimalen Druckeinstellungen für PETG
Jeder Drucker und jede Filamentmarke ist ein bisschen anders, aber die folgenden Werte sind ein solider Ausgangspunkt, den du dann feintunen kannst.
eSUN TPU 95A Flexibel 1KG
Flexibles TPU-Filament für Handyhüllen, Dichtungen und biegsame Teile.
Anzeige · Affiliate-Link zu Amazon.
Hotend-Temperatur: 230–245 °C
PETG braucht deutlich mehr Hitze als PLA. Starte bei 235 °C und teste von dort aus. Zu niedrige Temperaturen führen zu schlechter Schichtenhaftung, zu hohe Temperaturen verstärken Stringing. Drucke einen Temperaturturm, um den Sweet Spot für dein Filament zu finden.
Betttemperatur: 70–85 °C
Eine Betttemperatur von 75 °C ist ein guter Startwert. PETG haftet extrem gut auf PEI-Platten, manchmal zu gut. Wenn du eine glatte PEI-Platte nutzt, lass das Bett erst auf unter 40 °C abkühlen, bevor du den Druck entfernst, sonst riskierst du Beschädigungen an der Platte.
Druckgeschwindigkeit: 40–60 mm/s
Langsamer als PLA, dafür sauberer. Starte bei 50 mm/s für Wände und Infill. Die erste Schicht solltest du auf 20–25 mm/s reduzieren, damit die Haftung stimmt. Brücken und Überhänge profitieren ebenfalls von langsameren Geschwindigkeiten.
Retraction: Der Schlüssel gegen Stringing
Hier wird es spannend, denn Stringing ist das Hauptproblem bei PETG. Das Material ist zähflüssiger als PLA und neigt dazu, Fäden zu ziehen. Deine Retraction-Einstellungen sind entscheidend:
- Direct Drive: 1–3 mm Retraction-Distanz, 25–35 mm/s Geschwindigkeit
- Bowden: 4–6 mm Retraction-Distanz, 40–50 mm/s Geschwindigkeit
- Retraction bei Schichtwechsel: Aktivieren
- Z-Hop: 0.2–0.4 mm aktivieren, um Nozzle-Kontakt mit gedruckten Teilen zu vermeiden
Lüfter: Weniger ist mehr
Anders als bei PLA willst du den Bauteillüfter nicht voll aufdrehen. PETG braucht Wärme für gute Schichtenhaftung. Starte mit 30–50 % Lüfterleistung. Für die erste Schicht den Lüfter komplett ausschalten, ab Schicht 3 langsam hochfahren. Nur bei Brücken und Überhängen kurzzeitig auf 80–100 % gehen.
Typische PETG-Probleme und Lösungen
PrimaValue PETG
Wasserdicht, zäh, UV-stabil, für Funktionsteile ideal.
Anzeige · Affiliate-Link.
Stringing und Oozing
Das Nummer-eins-Problem. Neben der Retraction helfen diese Maßnahmen:
- Temperatur senken: Geh in 5-°C-Schritten runter, bis Stringing nachlässt.
- Travel-Speed erhöhen: Schnellere Bewegungen zwischen Druckbereichen geben dem Material weniger Zeit zum Auslaufen.
- Wipe und Coasting: Aktiviere diese Slicer-Funktionen, um Restdruck in der Nozzle abzubauen.
- Filament trocken halten: Feuchtes PETG macht Stringing deutlich schlimmer.
Elefantenfuß (erste Schicht zu breit)
Wenn die erste Schicht breiter wird als der Rest, ist der Z-Offset zu niedrig oder die Betttemperatur zu hoch. Erhöhe den Z-Offset um 0.02–0.05 mm oder senke die Betttemperatur um 5 °C.
Schlechte Schichtenhaftung
Wenn sich Schichten leicht trennen lassen, ist die Hotend-Temperatur zu niedrig oder der Lüfter zu stark. Erhöhe die Temperatur um 5 °C und reduziere die Lüfterleistung.
Glänzende Oberfläche vs. matte Oberfläche
PETG neigt zu einer leicht glänzenden Oberfläche. Das ist normal und kein Fehler. Wenn du eine mattere Oberfläche willst, erhöhe die Lüfterleistung, aber auf Kosten der Schichtenhaftung.
PETG-Filament richtig lagern
PETG ist hygroskopisch, es zieht Feuchtigkeit aus der Luft. Feuchtes PETG erkennst du an:
- Knall- oder Zischgeräusche beim Drucken
- Verstärktes Stringing
- Ungleichmäßige Extrusion
- Blasenbildung auf der Oberfläche
Lagere dein PETG in einer luftdichten Box mit Silikagel-Trockenmitteln. Wenn das Filament schon feucht ist, trockne es in einem Filamenttrockner bei 65 °C für 4–6 Stunden. Ein Backofen auf niedrigster Stufe tut es auch, aber pass auf, dass die Temperatur nicht über 70 °C steigt.
Welches PETG-Filament kaufen?
Nicht jedes PETG ist gleich. Hier ein paar Empfehlungen für verschiedene Budgets:
- Preis-Leistung: eSun PETG, konsistente Qualität, gute Farbauswahl, ca. 20 € pro kg.
- Premium: Prusament PETG, engste Toleranzen auf dem Markt, perfekt für Präzisionsteile.
- Budget: Sunlu PETG, solide für den Preis, leicht mehr Stringing als teurere Marken.
- Spezial: Polymaker PolyLite PETG, hervorragende Transparenz für durchsichtige Drucke.
Fazit: PETG ist das Allrounder-Filament
PETG ist für mich das Filament der Wahl, sobald ein Druck irgendeine mechanische Belastung aushalten muss. Die Druckeinstellungen sind etwas anspruchsvoller als bei PLA, aber mit den richtigen Parametern bekommst du Ergebnisse, die sich sehen lassen können. Starte mit den oben genannten Werten, drucke einen Temperaturturm und einen Stringing-Test, und du wirst innerhalb einer Stunde dein perfektes PETG-Profil haben. Viel Spaß beim Drucken!
3D-Druck-Wissen für Maker
Neue Tutorials, Filament-Tests und Drucker-Vergleiche – für bessere Druckergebnisse.
🎁 Gratis dazu: Druck-Einstellungs-Cheatsheet (PDF)
Das könnte dich auch interessieren
Kommentare (0)
Veröffentlicht durch die 3D-Druck Guide-Redaktion. Veröffentlicht am 30. Oktober 2026.
Verantwortlich i.S.d. § 18 MStV: siehe Impressum.
Fehler entdeckt oder ergänzende Erfahrung? korrektur@3d-druck-guide.de