TPU drucken: Tipps, Einstellungen und häufige Fehler
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Der 3D-Druck entwickelt sich rasant weiter – und das Wissen um Details macht oft den Unterschied zwischen einem gelungenen Print und einem Fehlschlag. In diesem Vergleich
TPU-Härtegrade: Welche Shore-Härte für welchen Zweck?
TPU gibt es in verschiedenen Härtegraden, gemessen in Shore A: 85A (weich, vergleichbar mit einem Autoreifen), 95A (Standard, wie eine Schuhsohle — die meisten TPU-Filamente liegen hier), 98A (hart-flexibel, biegt sich noch, kehrt aber sofort zurück). Unter 85A (z. B. NinjaTek NinjaFlex 85A) wird es für die meisten FDM-Drucker schwierig — das Material knickt im Extruder und verstopft. Über 98A (z. B. Polymaker PolyFlex) ist es fast wie hartes PLA mit leichter Flexibilität.
Einsatzbereiche nach Härte: 85A — Stoßdämpfer, Vibrationsdämpfer, weiche Griffe, Dichtungen. 95A — Handyhüllen, Schuheinlagen, flexible Scharniere, Kabelschütze, Uhrenarmbänder. 98A — Werkzeuggriffe, Räder für Roboter, semi-flexible Gehäuseteile. Für Einsteiger: Starte mit 95A — es druckt am zuverlässigsten und deckt die meisten Anwendungen ab.
Druckeinstellungen für TPU 95A
Nozzle-Temperatur: 220–235 °C. Bett: 50–60 °C (PEI-Platte oder Blue Tape). Druckgeschwindigkeit: 20–30 mm/s — TPU verträgt keine hohen Geschwindigkeiten. Bei über 40 mm/s staut sich das weiche Filament im Extruder und bildet Schleifen. Retraction: Direktextruder 0,5–2 mm, Bowden-Extruder 3–6 mm bei 25 mm/s. Manche Drucker (besonders Bowden-Systeme) können TPU nicht zuverlässig drucken — der lange Weg vom Extruder zur Nozzle gibt dem flexiblen Material zu viel Spielraum zum Knicken.
Flow-Rate: 100–105 %. TPU neigt dazu, leicht unterextrudiert zu werden — eine Flow-Rate von 103 % gleicht das aus. Infill: 15–25 % für flexible Teile (mehr Infill = steifer), 100 % für maximale Festigkeit. Infill-Muster: Gyroid ist ideal — es verteilt Kräfte gleichmäßig in alle Richtungen und behält die Flexibilität.
Häufige Fehler beim TPU-Druck
Stringing: TPU-Drucke haben fast immer Fäden zwischen den Teilen. Reduzierung: Travel Speed auf Druckgeschwindigkeit reduzieren (nicht höher!), Retraction auf Minimum, Combing-Modus im Slicer aktivieren (Düse fährt innerhalb des Modells). Die restlichen Fäden nach dem Druck mit einem Heißluftfön (200 °C, 3 Sekunden Abstand) abschmelzen.
Filament-Stau: Das häufigste Problem. Ursache: Zu hohe Druckgeschwindigkeit, Filament knickt zwischen Zahnrad und Nozzle. Lösung: Geschwindigkeit auf 25 mm/s reduzieren, Filamentspannung am Extruder lockern (TPU braucht weniger Andruck als PLA). Bei Bowden-Systemen: Kurzen PTFE-Schlauch mit engem Innendurchmesser (1,9 mm statt 2,0 mm) verwenden — das reduziert das Spiel für das flexible Filament.
TPU-Filament-Empfehlungen
Einsteiger (95A): Overture TPU (20 €/kg) — günstig, druckt sauber, geringe Fädenbildung für TPU. Qualität (95A): Polymaker PolyFlex TPU95 (28 €/kg) — beste Maßhaltigkeit und Oberflächenqualität, konsistenter Durchmesser. Weich (85A): NinjaTek NinjaFlex (40 €/kg) — das weichste TPU, das mit Direktextrudern noch druckbar ist. Nur für erfahrene Drucker mit gut kalibriertem Direktextruder. Hart-flexibel (98A): SainSmart TPU (22 €/kg) — guter Kompromiss, einfacher zu drucken als 85A, trotzdem spürbar flexibel.
Alle TPU-Filamente profitieren von langsamer, gleichmäßiger Zuführung. Wenn dein Drucker einen Bowden-Extruder hat und du regelmäßig TPU drucken willst, rüste auf einen Direktextruder nach (Upgrade-Kit für Ender 3: 30–50 €). Die Investition spart dir dutzende fehlgeschlagene Drucke und Stunden Frustration. Ein Direktextruder ist für flexibles Filament nicht optional — er ist die Voraussetzung für zuverlässige Ergebnisse.
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