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3D-Druck-Kosten berechnen: Was ein Druck wirklich kostet

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3D-Druck-Kosten berechnen: Was ein Druck wirklich kostet

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Die Kosten-Illusion: Filament ist nicht alles

Wenn jemand fragt "was kostet ein 3D-Druck?", rechnen die meisten so: Gewicht × Filament-Preis pro Gramm. Ein 80-g-Druck bei 22 €/kg PLA = 1,76 €. Fertig? Nein. Das ist nur ein Bruchteil der tatsächlichen Kosten. Wer Drucke verkauft oder auch nur die wahren Kosten seines Hobbys kennen will, muss alle Faktoren einbeziehen.

Kostenfaktor 1: Material

Filament-Kosten pro Gramm

MaterialPreis/kg (ca.)Preis/Gramm
PLA (Standard)20–25 €0,020–0,025 €
PLA (Premium/Spezial)30–45 €0,030–0,045 €
PETG22–30 €0,022–0,030 €
ABS18–25 €0,018–0,025 €
ASA25–35 €0,025–0,035 €
Nylon35–60 €0,035–0,060 €
TPU25–40 €0,025–0,040 €

Waste einrechnen

Nicht jedes Gramm Filament wird zum Teil. Folgendes geht verloren:

  • Purge-Linie beim Druckstart: ca. 1–2 g
  • Support-Material: 5–30% des Teilegewichts
  • Fehldrucke: Je nach Erfahrung 5–20% der Drucke
  • Brim/Skirt: 1–5 g
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Realistischer Waste-Aufschlag: 15–25% auf das reine Teilegewicht.

Rechenbeispiel Material: 80-g-Teil in PLA (22 €/kg) + 20% Waste = 96 g effektiver Verbrauch × 0,022 €/g = 2,11 € Materialkosten.

Kostenfaktor 2: Strom

3D-Drucker verbrauchen während des Drucks 80–250 W, je nach Modell und ob das Heizbett aktiv ist.

Berechnung

Leistung (kW) × Druckzeit (h) × Strompreis (€/kWh) = Stromkosten

Beispiel: 150 W Drucker, 6 Stunden, 0,35 €/kWh = 0,15 kW × 6 h × 0,35 € = 0,32 €

Kostenfaktor 3: Verschleiß und Wartung

Verschleißteile, die regelmäßig ersetzt werden müssen:

TeilKostenIntervallPro Druckstunde ca.
Nozzle (Messing)2 €Alle 200–500h0,005 €
Druckbett-Beschichtung15 €Alle 500–1000h0,020 €
PTFE-Schlauch3 €Alle 300–500h0,008 €
Diverses (Lager, Riemen)~30 €/JahrPauschal0,015 €

Summe Verschleiß: ca. 0,05 € pro Druckstunde.

Kostenfaktor 4: Abschreibung

Der Drucker selbst kostet Geld und hat eine begrenzte Lebensdauer. Übliche Abschreibung: 3–5 Jahre.

Beispiel: 400 € Drucker, 4 Jahre Nutzung, 1.500 Druckstunden/Jahr = 400 / (4 × 1500) = 0,067 € pro Druckstunde.

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3D-Druck-Kosten berechnen: Was ein Druck wirklich kostet

Kostenfaktor 5: Arbeitszeit

Der größte und am häufigsten vergessene Posten:

  • Modell vorbereiten / Slicer-Settings: 5–15 Minuten
  • Drucker vorbereiten (Bett reinigen, Filament laden): 5 Minuten
  • Druck starten und erste Schicht prüfen: 5 Minuten
  • Druck entnehmen und Qualitätskontrolle: 5 Minuten
  • Nachbearbeitung (Support entfernen, ggf. Schleifen): 5–30 Minuten
  • Bei Aufträgen: Kundenkommunikation, Verpackung, Versand: 15–30 Minuten
Typischer Fehler: Arbeitszeit wird oft als "die Maschine druckt ja allein" wegrationalisiert. Aber die Setup- und Nachbearbeitungszeit addiert sich. Bei 15 €/h Eigenverrechnungssatz und 30 Minuten Handarbeit sind das 7,50 €, mehr als alle anderen Kosten zusammen.

Vollständige Kalkulation: Beispielrechnung

Posten80-g-Teil, 6h Druck
Material (inkl. 20% Waste)2,11 €
Strom0,32 €
Verschleiß0,30 €
Abschreibung0,40 €
Arbeitszeit (30 Min × 15 €/h)7,50 €
Gesamtkosten10,63 €

Die reinen Materialkosten (2,11 €) machen nur 20% der Gesamtkosten aus. Die Arbeitszeit dominiert mit 71%.

Was für Auftragsdrucke verlangen?

Als Dienstleistung müssen die Kosten gedeckt und ein Gewinn erzielt werden:

  • Kostendeckung: Die berechneten Gesamtkosten als Minimum
  • Gewinnaufschlag: 30–50% auf die Gesamtkosten
  • Marktpreise checken: Was verlangen andere Druckdienstleister auf Treatstock, Craftcloud, etc.?

Vereinfachte Preisformel

Material + Strom + 1 €/Druckstunde (Verschleiß + Abschreibung) + Arbeitszeit × 1,4 (40% Marge)

Für das Beispiel oben: 2,11 + 0,32 + 6,00 + 7,50 × 1,4 = 18,93 € Verkaufspreis.

Schnell-Kalkulator: Für eine grobe Schätzung: (Filamentkosten × 5) + (Druckzeit in Stunden × 2) = ungefährer Selbstkostenpreis. Aufschlag von 30–50% für den Verkauf.

Online-Kalkulatoren

Wer nicht selbst rechnen will:

  • Slicer-interne Kosten: Cura und PrusaSlicer zeigen Material- und Zeitkosten an (nach Konfiguration)
  • 3DPrintCostCalculator.com: Online-Tool mit allen Kostenfaktoren
  • OctoPrint Cost Estimation Plugin: Automatische Berechnung pro Druckjob

Fazit: Kenne deine echten Kosten

Ob als Hobby oder Nebengewerbe, die wahren Kosten zu kennen ist essenziell. Für das Hobby verhindert es böse Überraschungen ("3D-Druck ist doch so günstig..."). Für Auftragsdrucke verhindert es, unter den Selbstkosten zu verkaufen. Die Formel ist simpel: Material + Strom + Verschleiß + Abschreibung + Arbeitszeit. Der letzte Posten macht den Unterschied.

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Veröffentlicht durch die 3D-Druck Guide-Redaktion. Veröffentlicht am 2. September 2026. Aktualisiert am 12. September 2026.

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